Fußball als Brücke: Sunniten und Jesiden nach Jahren der Spaltung vereinen
Sports have the power to connect and bring communities together, regardless of their differences. This is certainly true in Ba’aj (Ninewa Governorate), where many football tournaments were once very common and friendships started on the pitch as players came to share their passion for the sport.

Wiederherstellung des sozialen Zusammenhalts zwischen Gemeinschaften durch von Jugendlichen geleitete Initiativen
Football built strong bonds between the Sunni youths from Ba’aj and the Yazidi from Sinjar, despite their religious differences. This all changed in 2014 when IS militants gained control of the region and carried out a campaign of wanton destruction. Even to this day, many Sunnis are still being accused of their alleged IS affiliation, whilst fearing that the Yazidis would seek revenge for the brutality they faced under IS. Yazidis share similar concerns, as they dread the prospect of being attacked by the Sunnis. In this climate of fear and mistrust, contact between the two communities completely stopped.
Vertrauen aufbauen
Im Jahr 2021 begann Nonviolent Peaceforce (NP) mit der Umsetzung eines neuen Projekts in Ba'aj und Sinjar, das sich auf die Eindämmung gewaltsamer Konflikte und die Stärkung der Kapazitäten von Community-Protection-Teams konzentriert. Als NP proaktiv mit Jugendlichen in Ba'aj über die Beziehungen zu denen in Sinjar sprach, wurde die Initiative ergriffen, ein Fußballspiel zu organisieren, um Vertrauen zwischen Jugendlichen aus Ba'aj und Sinjar aufzubauen. Dies basiert auf der Idee, dass Jugendliche in den Fußballteams – umfassend im unbewaffneten Zivilschutz (UCP) ausgebildet – nicht nur Gewalt auf dem Fußballfeld, sondern auch außerhalb verhindern und so die Idee eines friedlichen Zusammenlebens zwischen den beiden Gemeinschaften fördern könnten. Um dies Wirklichkeit werden zu lassen, baten die Leiter der Jugendteams NP ausdrücklich darum, kapazitätsstärkende Sitzungen für Jugendliche und Unterstützung bei der Organisation von Fußballturnieren anzubieten.
NP bot Schulungen zu UCP an, darunter Prävention und Reaktion auf geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) sowie Führungstrainings für Jugendleiter und Spieler. Diese Schulungen zielten darauf ab, die Sportteams darauf vorzubereiten, Konflikte mit gewaltfreien Mitteln zu lösen, wobei betont wurde, dass Konflikte zwar ein normaler Teil des menschlichen Lebens sind, Gewalt jedoch weder die einzige noch die ideale Lösung ist. Nach den Schulungen gründeten begeisterte Leiter der Fußballteams ein Sportkomitee und trafen sich im NP-Büro. Mit der Unterstützung von NP ergriff das Komitee die Initiative, ein Fußballturnier mit dem Titel „Love and Peace“ zu organisieren. Das Komitee erstellte einen Regelvorschlag für gewaltfreie Fußballspiele, der anschließend vor jedem Spiel von den Teams unterzeichnet wurde.
Das Love and Peace-Turnier: Ein Symbol der Einheit
Das Love and Peace-Turnier fand im August 2022 in Ba'aj statt. Anfangs waren die Sicherheitskräfte skeptisch, ob allein durch gewaltfreies Gemeinschaftshandeln und unter der Leitung des Komitees ein friedliches Turnier stattfinden könnte. Daher waren sie von Anfang an dabei: mit Stöcken bewaffnet und bereit, diese zur Aufrechterhaltung der Ordnung einzusetzen. Im weiteren Verlauf des Turniers wurde jedoch klar, dass die Fußballmannschaften durchaus in der Lage waren, den Frieden mit gewaltfreien Mitteln aufrechtzuerhalten. Als die Sicherheitskräfte dies sahen, beschlossen sie, sich zurückzuziehen und die Jugendlichen ihre eigenen Angelegenheiten regeln zu lassen.
Für die beteiligten Jugendlichen war die Durchführung des friedlichen Turniers ein voller Erfolg, denn sie hatten dies mit der Unterstützung von NP gelernt.
“We learned to distance ourselves from prejudice, to handle issues in a nonviolent way. We have been able to take a step forward in our relations with the Yazidis through football.” -Youth leader of football team, Ba’aj, October 2022
Ein Mukhtar, der das Ereignis miterlebte, bemerkte auch die Friedlichkeit des Turniers:
“It is the first time since IS occupation that we enjoyed a football tournament without having tribal disputes. Thank you (NP) for your support.” (Mukhtar, Ba’aj, October 2022)

Stärkung der Beziehungen durch Sport
Die Jugendlichen träumen nun von etwas Größerem: Sie wollen mit diesen Fußballspielen die Beziehungen zwischen Jesiden und Sunniten wiederherstellen. Die ersten Schritte wurden in Ramboussy unternommen, wo die Teams mit Unterstützung der NP ein Spiel zwischen Jesiden und Sunniten organisierten. Das Spiel verlief friedlich und erinnert an die Zeit vor dem IS, als die beiden Gemeinschaften bei Veranstaltungen wie diesen Kontakte knüpften und miteinander interagierten. Für die Teilnehmer und Zuschauer des Spiels war es ein bewegender Moment. Ein örtlicher Lehrer sagte:
„Dieses Spiel ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Fußballspiele werden zu einer Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Gemeinschaften führen.“
Die Fußballteams von Ba'aj und Sinjar freuen sich darauf, in Zukunft weitere Spiele zwischen den beiden Gemeinschaften zu organisieren und das durch das Rambossy-Spiel aufgebaute Vertrauen zu festigen und es zu nutzen, um Frieden zu fördern und die Beziehungen zwischen Ba'aj und Sinjar wiederherzustellen. NP seinerseits bleibt seiner Verpflichtung treu, die Teams bei der Organisation dieser Turniere zu unterstützen und während der Spiele eine Schutzpräsenz aufzubauen. Es werden zusätzliche Schulungen angeboten, um sicherzustellen, dass die Jugendlichen nicht nur den Frieden auf den Fußballplätzen bewahren, sondern auch zu Friedenskämpfern innerhalb und zwischen ihren jeweiligen Gemeinschaften werden – wie es einst in der fernen Vergangenheit der Fall war.
