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Neuausrichtung des gemeinschaftsorientierten Schutzes in den Friedensmissionen der Afrikanischen Union

Datum: 20. Januar 2026

Förderung des gemeinschaftsorientierten Schutzes in Friedensmissionen der Afrikanischen Union

Am 20. und 21. November 2025 veranstaltete Nonviolent Peaceforce gemeinsam mit dem Institute for Security Studies, der Afrikanischen Union (AU) und dem Büro der Vereinten Nationen (UN) bei der Afrikanischen Union einen Expertendialog in Addis Abeba – in einer Zeit zunehmender Belastung für afrikanische Friedensmissionen. Den vollständigen Veranstaltungsbericht finden Sie hier..

Angesichts zunehmend fragmentierter Konfliktumgebungen, schwierigerer politischer Lösungen und akuterer Schäden für die Zivilbevölkerung wurde im Dialog eine einfache, aber unbequeme Frage gestellt: Warum wird der Schutz der Zivilbevölkerung in der Praxis so oft nicht gewährleistet, selbst wenn die politischen Rahmenbedingungen solide sind?

Der Dialog brachte Beamte der Afrikanischen Union, Repräsentanten regionaler Wirtschaftsgemeinschaften, UN-Akteure, Diplomaten und Geber aus Addis Abeba, Friedensmissionsexperten sowie zivilgesellschaftliche Akteure und Organisationen des gemeindebasierten Schutzes zusammen. Anstatt normative Verpflichtungen erneut zu erörtern, konzentrierten sich die Diskussionen direkt auf die realen Zwänge. Gestaltung der Schutzergebnisse bei Friedensunterstützungseinsätzen der AU (PSOs): Politische Risikoaversion, Entscheidungen bei der Missionsplanung, Finanzierungsmodelle und die anhaltende Marginalisierung ziviler Komponenten.

Die Teilnehmenden erkannten an, dass die PoC-Politik der AU einen bedeutenden Wandel hin zu einem stärker auf den Menschen ausgerichteten Schutzkonzept darstellt, das Prävention, politisches Engagement und die Schaffung eines schützenden Umfelds priorisiert. Dennoch ist die Umsetzung in Friedensmissionen und Hochrisikokontexten weiterhin uneinheitlich. Der Schutz der Zivilbevölkerung wird nach wie vor zu oft als zweitrangige Aufgabe behandelt und von sicherheitsorientierten Mandaten und operativen Logiken überschattet. Chronische Unterinvestitionen in zivile Expertise, gepaart mit kurzfristiger und unvorhersehbarer Finanzierung, führen weiterhin dazu, dass Missionen reaktiv und militarisiert agieren und Schäden eher begrenzen als verhindern.

Einer der überzeugendsten Aspekte des Dialogs kam von Vertretern der Zivilgesellschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die am engsten mit der Gewalt konfrontiert sind. Sie beschrieben, wie in Situationen, in denen die staatliche Autorität umstritten und die Präsenz von Missionen begrenzt ist, der Schutz häufig nicht durch Gewalt, sondern durch … aufrechterhalten wird. Frühwarnnetzwerke, Lokale Vermittlung, schützende Präsenz und kontinuierlicher Dialog mit bewaffneten Akteuren und Gemeinschaften gleichermaßen. Diese unbewaffneten, gewaltlosen Ansätze wurden nicht als Alternative zur institutionellen Verantwortung dargestellt, sondern als unverzichtbare Ergänzung, die kritische Lücken füllt und den Schutz über die Reichweite formaler Strukturen hinaus erweitert.

Die Teilnehmer betonten, dass die Anerkennung zivil geführter und gemeinschaftsorientierter Schutz Es bedarf mehr als bloßer rhetorischer Unterstützung. Es verlangt gezielte, risikobewusste Partnerschaften, klarere Rollenverteilung zwischen Missionen und Zivilgesellschaft sowie eine politische Unterstützung, die es ermöglicht, das Engagement der Zivilbevölkerung als Kernbestandteil der Missionseffektivität und nicht als nebensächlich oder optional zu behandeln.

Der Dialog schloss mit der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Förderung von Schutzmaßnahmen für Zivilpersonen in den Friedensmissionen der Afrikanischen Union letztlich eine Frage der politischen Entscheidung ist. Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit nachhaltiger Investitionen in zivile Kapazitäten, einer verlässlichen Finanzierung für wirklich multidimensionale Missionen, einer frühzeitigeren und systematischeren Einbindung der Gemeinschaften sowie einer stärkeren Abstimmung zwischen den Institutionen der Afrikanischen Union, den regionalen Wirtschaftsgemeinschaften, den Friedensmissionen und den Akteuren der Zivilgesellschaft.

Die Stärkung des gemeinschaftsorientierten Schutzes wurde weithin nicht nur als Weg zu besseren Schutzergebnissen angesehen, sondern auch als Mittel zur Wiederherstellung von Legitimität, Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit afrikanischer Friedensmissionen in Kontexten, in denen das Vertrauen fragil und die Erwartungen hoch sind.

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